Bericht zur Richterschulung International
vom 20. – 23. Oktober 2014 in Tutrakan/Bulgarien

Am Samstag, dem 18. Oktober 2014 flogen der Vizepräsident des JGHV Ulrich Augstein und ich von Dortmund nach Bukarest/Rumänien um in dem ca. 140 km entfernten Tutrakan i. Bulgarien die mehr oder weniger erste offiziell geplante Schulung für ausländische Richter – Teil I – abzuhalten.
Zuvor wurden bereits im Rahmen der Internationalen Hegewaldzuchtprüfung 2014 in Riesenbeck 7 internationale Richter aus Neuseeland und Argentinien beschult.  
Angemeldet zu diesem Seminar waren zunächst 20 Teilnehmer, von denen dann schließlich 17 – eine Frau u. 16 männl. Absolventen -  erschienen waren.

1.    Tag – Theoretische Ausbildung

Die Teilnehmer wurden vom Zuchtwart des Republikanischen Klubs Deutsch Drahthaar – Bulgarien – Herrn Georgie Todorov, Uli Augstein und meiner Person begrüßt und anschließend begann der theoretische Teil der Ausbildung mit Vorträgen uns beider Referenten. Es standen zwei professionelle Dolmetscher zur Verfügung.
Den Teilnehmern wurde zunächst eine Einführung in die Strukturen des Jagdgebrauchshundewesen vermittelt


-    Struktureller Aufbau des Verbandes
-    Gremien des JGHV
-    Übersicht der Satzung und Ordnungen des Verbandes
-    Voraussetzungen des „Richteranwärters“ International
-    Ansprechpartner im JGHV für die internationalen Verbandsrichter/Praktikanten

Nach der der Mittagspause bekamen die Teilnehmer eine ausführliche Einführung in das
-    Prüfungsordnungswesen
-    das Berichtswesen und
-    in die Ordnung für das Verbandsrichterwesen
Da alle Seminarteilnehmer bereits das Abrichten und Führen von Hunden auf Verbandsprüfungen absolviert hatten – dies war eine der Voraussetzungen für die Teilnahme - wurden die Ausführungen sehr schnell verstanden und von zahlreichen interessanten Fragen und Beiträgen begleitet. Es wurde sehr schnell klar, dass es sich bei den Teilnehmern ausschließlich um interessierte und auch fachlich vorgebildete Leute handelt.


2.    Tag – Praktische Ausbildung – Feld- u. Waldarbeit
 
Alle Teilnehmer fuhren nach dem gemeinsamen Frühstück ins Feld.
Es standen 8 Hundeführer mit ihren vierbeinigen Jagdgefährten mit unterschiedlichem Leistungsstand zur Verfügung. Es wurden alle Feld- und Waldfächer einer HZP u. VGP vorgeführt.
Die Lehrgangsteilnehmer waren in zwei Gruppen aufgeteilt und jeder war mit einem Zensurenblatt ausgestattet.
Etappenweise wurden die von den Lehrgangsteilnehmern festgestellten Arbeitspunkte der einzelnen Arbeiten mit den selbst gewonnenen Ergebnissen verglichen. Bis auf wenige Ausnahmen lagen die im Vergleich getroffenen Resultate im engen, meist sogar im übereinstimmenden Bereich.


3.  Tag – Praktische Ausbildung – Wasserarbeit

Hier bedarf es keinerlei weiteren Erläuterung. Der Ablauf wurde entsprechend gleich dem 2. Tag im Feld gestaltet u. die Resultate waren identisch.


4. Tag – Zusammenfassung – Fragen wechselseitig –

Datenaustausch – Aushändigung der Richterausweise

Der 4. Tag – halbtägig – begann mit einer Zusammenfassung der Vorträge, Arbeiten und Eindrücke der vorangegangenen Tage. Auch hier kam es wieder zu interessanten und fachbezogenen Fragestellungen mit wechselseitigen Antwortgebungen.
Es wurden Verbesserungsvorschläge für künftige gleichgelagerte Seminare erfragt und erläutert sowie Adressen und Aufgaben ausgetauscht.
Am Ende stand nun die Aushändigung der ersehnten „gelben Richteraus-weise“  auf dem Programm. Mit glänzenden Augen nahmen die „internationalen Richter“ nun ihre Berechtigungskarten entgegen und mit Beifall wurde jede Aushändigung begleitend beglückwünscht.

Abschließende Zusammenfassung
Ich denke mit der nun seit über 15 Jahren angedachten und nun dankenswerter Weise zu ersten vorzeigbaren Abschlüssen geführten Ergebnissen ist es dem JGHV in Zusammenarbeit mit dem DD-Weltverband endlich gelungen einen entscheidenden Schritt auf dem Wege zu noch größerer Internationalität bewältigt zu haben.
Den beiden Seminarleitern bleibt nur noch zu wünschen, daß diese Arbeit erfolgreich auch in anderen Ländern fortgeführt wird.  Es bestehen bereits Anfragen und erste Terminabsprachen mit skandinavischen u. südeuropäischen Verbänden.
Zukünftig dürfen Richter “International“ – mit gelbem Richterausweis – noch nicht als Richterobmann tätig werden. In ihrem jeweiligen Heimatland dürfen in einer Richtergruppe max. 2 in deren Ausland – auch Deutschland – max. einer solcher Richter eingesetzt werden.
Die neuen Richterkollegen müssen nun in den nächsten drei Jahren noch mindestens 3 VJP´s, 3 HZP´s und 2 VGP´s als Mitrichter nachweisen. Von den jeweiligen Richterobleuten wird in dieser Zeit für jeden und bei jeder Prüfung mitrichtetenden internationalen Richter ein vorgefertigter Bewertungsbogen ausgefüllt und dem zuständigen Beauftragten für das jeweilige Land Verantwortlichen für das dortige Richterwesen übersandt.

Dann wird entschieden ob der Richter International den grünen Richterausweis erhalten kann.


Uli Augstein                                                                 Siggi Pfaff