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HZP 2011 Bulgarien

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 9.11.2014
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2. HZP des Repuplikanischen Klubs Deutsch Drahthaar Bulgarien 

 

persönlicher Bericht von Siggi Pfaff

 

Wie bereits 2010 war ich auch 2011 wieder als Richter zur HZP nach Bulgarien eingeladen. Dieses Mal ging ein mehrtägiger Lehrgang voraus. Am Donnerstag, dem 29. September 2011 flog ich von Frankfurt/Main nach Sofia. Dort wurde ich vom dem Vorsitzenden des RKDD-Bulgarien, Herrn Georgi Hristosov, dem dortigen Zuchtwart Herr Georgi Todorov u. einem Übersetzer der bulgarischen Zeitschrift „Jagd u. Hund“ sehr herzlich empfangen.

Am nächsten Morgen ging es dann in das ca. 70 km entfernt Kameno, welches als „Niederwild-EL-Dorado“ beschrieben wurde. Dort wurde in einem angemieteten Hotel Quartier bezogen u. das Eintreffen der insgesamt 12 Lehrgangsteilnehmer abgewartet. Es fand auch ein sehr herzlicher Empfang des dortigen Jagdvereins statt, welcher mich gleich zum nächsten Morgen zu einer „Wachteljagd“ einlud. Am nächsten Morgen, Samstag, dem 01. Oktober 2011 fand im Hotel die offizielle Begrüßung der Funktionäre u. der Lehrgangsteilnehmer statt.

 

Gruppenfoto mit den meisten Lehrgangsteilnehmern, Vorstand u. Dolmetscher

 

Den Anwesenden wurden die Neuigkeiten aus dem VDD-Mutterland bekannt gegeben (neuer Vorstand, neue Mitglieder Weltverband, Einführung der Untersuchungspflicht auf OCD usw.) u. es wurde allgemeine organisatorische Dinge besprochen. Im Anschluß ging es in die Prüfungsreviere Feld u. Wasser u. ich versuchte mir einen ersten Überblick über den Leistungsstand der anwesenden Hunde ( 8 DD u. 1 Bretone) zu verschaffen. Bei den ersten Suchengängen u. dem Vorstehen konnte ich erstaunliche Leistungen beobachten u. ich freute mich schon im Geheimen auf einen „lockeren Lehrgang“ u. eine erfolgreiche HZP-Prüfung.

 

Dann kamen die Abrichtefächer, d.h. im Feld Haar- u. Federwildschleppe. Bei den meisten Hunde war dies mehr ein Stöbern nach verlorenem Wild als eine Suche. Nach ausgedehntem Stöbern kamen die Hunde zwar zum Stück u. brachten dies dann auch in einigermaßener Manier. Jetzt sah ich, dass es mit dem „lockeren Lehrgang“ doch nicht so ganz werden würde u. noch viel Arbeit auf mich u. den Lehrgang zukommen würde. Zur Entschuldigung muß ich jedoch anführen, dass die äußeren Verhältnisse als äußerst schwierig zu bezeichnen waren. Es war staubtrocken, heiß, so um die 30 °, die Erde war aufgerissen, so dass man sich u.U. die Beine hätte brechen können wenn man versehentlich in einen der Risse getreten wäre u. es war keine Grünpflanze auf den Feldern zu sehen, so dass die Schleppen auf Stoppeläckern oder dürren Brachen gezogen u. schließlich gesucht werden mussten.

 

Schleppen- u. Apportierabreit extrem

 

Der Lehrgang lief dann bis einschließlich 07.10. in etwa wie folgt ab: 07:30 Uhr Frühstück u. anschließend ins Feldrevier bis ca. 12:00 Uhr. Dann war es aufgrund der genannten Witterungsverhältnisse den Hunden, den Führern u. vor allem auch mir nicht mehr zumutbar. Nach kurzer Mittagspause ging es dann an die Wasserarbeit. Es standen in unmittelbarer Umgebung 3 Gewässer zur Verfügung, welche allesamt die geforderten Bedingungen uneingeschränkt erfüllten. Ich wünschte mir in meiner näheren Umgebung auch nur ein solches Wasser zur Verfügung zu haben. Auch am Wasser war noch viel Arbeit zu leisten. Die Hunde zeigten zwar fast uneingeschränkt Wasserfreude, jedoch das Suchen über freie Wasserflächen hinweg war ihnen offensichtlich unbekannt. So wurde es auch hier bis zum Lehrgangsende sicherlich nicht langweilig.

 

Wasserarbeit an einem der kleineren aber immer noch ausreichenden Teichen

 

 

Gegen 16:00 / 17:00 Uhr ging es dann zurück zum Hotel, wo dann fast täglich, nachdem sich alle etwas frisch gemacht hatten, theoretische Kenntnisse übermittelt, aber auch ausgetauscht wurden. Das Ansinnen der Zuchtvereine u. des JGHV, bzgl. Ausbildung ausländischer, geeigneter Personen zu JGHV –Richtern, welche dann in ihrem Heimatland als Multiplikatoren arbeiten sollen wurde mit sehr viel Zustimmung u. Interesse verfolgt. Es zeigten sich für mich geeignete Personen spontan bereit, zumal der Verein RKDD-Bulgarien sich bereit erklärte diese Personen bei ihrer Ausbildung auch finanziell zu unterstützen, eine solche Ausbildung zu absolvieren.

 

Für die HZP-Prüfung am 08. u. 09. Oktober waren dann 9 Hunde gemeldet. Prüfungsleiter war der 1. Vorsitzende Herr Hristosov, als Mitrichter (FCI-Richter) fungierten Herr Krasimir Petrov u. Herr Sachak Sachakjan. Es konnten alle Prüfungsteilnehmer die Prüfung mit mäßigen bis zu hervorragenden Ergebnissen bestehen. Die Ergebnisse reichten von 156 bis 184 Punkten, was auch einem Durchschnitt bei unseren in Deutschland durchgeführten Ergebnissen entspricht. Es folgte dann noch die Siegerehrung mit Überreichung von Urkunden u. kleinen Präsenten. Anzumerken ist noch, daß nur Hunde zur Prüfung zugelassen wurden, welche HD u. ED, mit entsprechendem Ergebniss, untersucht waren. Ein Gesichtspunkt erscheint mir noch von Wichtigkeit. Bei den Teilnehmern handelt es sich fast ausnahmslos um „einfache“ Leute. D.h. es sind Leute, die mit ungefähr einen Zehntel unseres Einkommens über die Runden kommen müssen. Wie sie dies schaffen ist mir eh ein Rätsel.

Alleine die Anschaffung eines DD entspricht etwa einem guten dortigen Monatslohn. Die Leute fahren dann oft mehrere hundert Kilometer zu den Lehrgängen u. Prüfungen, was auch enorme Kosten für sie bedeutet. Ich bin der Meinung, daß sehr viel Idealismus, Liebe u. Engagement zu der Rasse Deutsch-Drahthaar vorhanden sein muß um all diese Beschwerlichkeiten auf sich zu nehmen. Ich für mich habe in den letzten Jahren dort sehr viele gute Freunde und Weggefährten von DD gefunden u. werde auch in Zukunft alles in meiner Kraft stehende dafür unternehmen, daß diese Freunde auf ihrem guten Weg weiter gebracht u. nicht enttäuscht werden.

 

Auch dies ist Wasserarbeit – für Hund u. Herrchen bei den Bedingungen eine Wohltat

 

Siggi Pfaff

Zuletzt geändert am: 9.11.2014 um 12:18

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