Bericht zur


77. Internationale Hegewald-Zuchtprüfung 2010

Gruppe Porta-Westfalica

 

 

Sie war als Abschiedsgeschenk des scheidenden 1. Vorsitzenden des VDD, Dirk Frh. von Eller-Eberstein angedacht, und es wurde eine hervorragende Hegewald-Zuchtprüfung rund um Billerbeck. Es sind Wo­chen und Monate der Vorbereitung, die einer Hegewald-Zuchtprüfung voraus gehen, um sie in so einem perfekten Rahmen ablaufen zu lassen. Dabei ist die Hegewald die größte jagdkynologische Leistungs­prüfung weltweit. So mussten für die 214 gemeldeten Hunde rund 60 Prüfungsreviere im Feld beschafft werden, 5 Wasserreviere, ausreichend große Tagungsräume für die verschiedenen Veranstaltungen rund um die Hegewald, technische Hilfsmittel für die Prüfungsbearbeitung und -abwicklung, passende Außen­gelände für die Form- und Haarbeurteilungen und die Hegewaldschau, Räumlichkeiten für den Eröff­nungsabend und die Abschlussveranstaltung mit der Übergabe der Preise organisiert werden, und sicher lässt sich dieser Aufzählung noch einiges hinzufügen. Was sich aber nicht organisieren und beeinflussen lässt, sind nun mal die Witterungsbedingungen und damit verbundene örtliche Gegebenheiten. So gab es im September viel Regen und vielerorts stand noch sehr viel Mais, der es den Revierführern und Richtern nicht immer leicht gemacht hat, den Suchengespannen optimale Bedingungen zu geben. Natürlich ist auch die Vorbereitung der Hunde für eine Prüfung ein über Monate laufender Prozess und schließlich fährt jeder mit großen Erwartungen und Hoffnungen zur Hegewald. Um so verständlicher ist sicher auch die Enttäuschung, wenn der Hund die von ihm gewohnten Leistungen nicht zeigt oder zeigen konnte.

 

 Auch auf der Hegewald liegen eben Su­chenglück und Suchenpech dicht neben einander, so bekannt sich das auch anhören mag. Dennoch ist und bleibt die Hegewald-Zuchtprüfung für Deutsch-Drahthaar die wichtigste Veranstaltung. Das betonte auch der Präsident des JGHV, Herr Werner Horstkötter, in seinem Grußwort zur 77. Internationalen Hegewald-Zuchtprüfung. Die He­gewald, so Herr Horstkötter, ist eine positive Öf­fentlichkeitsarbeit und hat nach wie große Bedeu­tung für die Zucht und Zuchtauswahl. So wird den Hunden und ihren Führern während dieser Tage viel abverlangt. Sie sind raus aus ihrem gewohnten Rhythmus, der ganze Tagesablauf ist verändert, es wird viel Zeit im Auto verbracht, um dann auf den Punkt genau hellwach zur Stelle zu sein. Neben hohem Leistungsvermögen ist vor allem auch das Wesen des Hundes gefordert, um möglichst sehr gut abzuschneiden.

 

 

Herr Joseph Pohling, zustän­diges Vorstandsmitglied des Verbandes für das deutsche Hundewesen (VDH) für das Jagdhun­dewesen, würdigte in seinem Grußwort die Arbeit des VDD mit den Worten: „Die „Hegewald-Zuchtprüfung” hat bereits im Namen den Bestandteil, den ich mir von allen deutschen Jagdhundever­bänden mit ähnlichen Prüfungswesen wünsche. Es ist dies die „Zuchtprüfung”! Unser aller Interesse muss sein, weiterhin den Zuchtbereich als etwas Herausragendes, seit Generationen Überprüftes, Erfasstes und Kontrolliertes, in den Abstammungs­nachweisen und den Zuchtbüchern Dokumen­tiertes nach außen hin geltend machen zu können." Im Weiteren hob er die Bedeutung unserer Ver­bandsprüfungen und Zuchtschauen über Genera­tionen als Bestandteil der Zuchtzulassung hervor und versicherte auch weiterhin die Unterstützung des VDH. Den Stellenwert und die Bedeutung der Hegewald macht aber auch das steigende Interesse ausländischer Führer an unserer Prüfung deutlich. So meldeten sich auch dieses Jahr Führer aus 10 weiteren Ländern an. Das ist für unseren Verein wie für die Rasse Deutsch-Drahthaar eine sehr positive Entwicklung.

 

 

 

Wie bei jeder Prüfung so gibt es auch bei der He­gewald einen Sieger und Platzierte und natürlich mehr oder weniger zufriedene Hundeführer. Dabei wird bei genauer Betrachtung der Rangliste die sehr hohe Leistungsdichte unserer Hunde deutlich. Nach zwei anstrengenden Prüfungstagen konnten am Samstag Abend in der Stadthalle in Coesfeld die Urkunden und Preise an die erfolgreichen Hundeführer übergeben werden. Den 1. Platz belegte Ralf Arens mit Kliff II vom Rödelberg mit 239 Hegewaldpunkten und 230 Prüfungspunkten, gefolgt von Ute Jochims mit Aron 11 vom Liether-Moor, ebenfalls mit 239 Hegewaldpunkten und 229 Prüfungspunkten. Den dritten Platz belegte Wilfried Steffens mit Xara v.d. Dachswiese mit 239 Hegewaldpunkten und 228 Prüfungspunkten. Die vollständige Rangliste finden Sie in diesem Heft und unter drahthaar.de, wo auch zu jedem Hund ein Bild vorhanden ist.

 

Ralf Arens, Sieger Hegewald 2010

 

Ein Höhepunkt des Festabends war die Auszeichnung des im März nicht wieder zur Wahl angetretenen 1. Vorsitzenden Dirk Frh. von Eller-Eberstein. Für seine Verdienste für den Verein und die Rasse Deutsch-Drahthaar wurde er mit der höchsten Ehrung des VDD bedacht und mit der Vereinsstatuette ausgezeich­net. In einer überaus kurzweiligen und launigen Laudatio würdigte Henning Bergmann die Amtszeit von Dirk Frh. von Eller-Eberstein. Er ging dabei vor allem auch auf seine Verdienste bei der Neugestaltung der Zusammenarbeit mit dem VDH ein. „Dein Erfolg”, so Henning Bergmann, „die Präsidenten des JGHV und des VDH unterschreiben am 16. März 2008 eine neue Vereinbarung und regeln die Zusammenarbeit der beiden Verbände so, dass erstmalig den Besonderheiten der Jagdgebrauchshundezucht Rechnung ge­tragen wird.” Mit stehenden Ovationen ehrten die Anwesenden im Saal den scheidenden 1. Vorsitzenden.

 

 

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung, und so laufen schon jetzt die Vorbereitungen für die Hegewald‑Zuchtprüfung 2011.

Im kommenden Jahr wird die Prüfung in Hollabrunn in Osterreich sein, was sicher viele Hundeführer und Verbandsrichter mit sehr schönen Erinnerungen verbinden. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten wird die Hegewald vom 31.August 2011 bis 03. September 2011 stattfinden. Über die genauen Termine
bezüglich des Nennschlusses, der Auslesetermine und vieler weiterer wichtiger Informationen werden wir Sie rechtzeitig informieren. Fest steht aber, dass Sie zur Vorbereitung ihrer Hunde vier Wochen weniger haben werden. Ich hoffe, wir sehen uns in 2011 in Hollabrunn wieder.

 

Jan Schafberg