Haltung und Ausbildung

 

Der Deutsch-Drahthaar ist ein Arbeitshund für die Jagd, nur bei ausreichender Beschäftigung fühlt er sich wohl. Er hat ein robustes und ausgeglichenes Wesen, er nimmt so leicht nichts übel. Deshalb müssen ihm auch in der Ausbildung deutliche Grenzen aufgezeigt werden, die er aufgrund seiner Intelligenz aber schnell akzeptiert. Wenn er mit seiner Familie zusammen sein kann, ist er zufrieden. Er leidet aber nicht unter dem Alleinsein und kann sich gut mit sich selbst beschäftigen. Häufig döst er vor sich hin oder beobachtet die Umgebung. Deshalb kann er völlig unproblematisch im Zwinger gehalten werden. Auch kalte Nächte kann er in einer isolierten Hundehütte im Freien verbringen. Das stärkt seine Konstitution und hilft ihm, sein wetterhartes Haar bestmöglich zu entwickeln.

Natürlich braucht er aber täglichen Umgang mit dem Menschen, und er braucht Bewegung! Als Arbeitshund, der auch einen schweren, häufig 5kg schweren Fuchs über längere Strecken tragen können muß, benötigt er Training für seine Muskeln und seine Kondition. Außerdem braucht er solche Herausforderungen zu seiner Zufriedenheit. Ein Leben als Faulenzer ohne Aufgaben würde ihn unglücklich machen. Ausflüge mit dem Fahrrad sind ihm daher in der Zeit, wenn keine Jagd anliegt, besonders willkommen. Aber auch ausgedehnte Spaziergänge macht er gerne mit, und wenn er dann noch etwas zum Apportieren mitbekommt, was er Herrchen immer wieder bringen darf, dann ist er zufrieden und erledigt seine Bringaufgaben schwanzwedelnd.

 


Die Erziehung und Ausbildung des Deutsch-Drahthaar beginnt bereits im Welpenalter: - Das Herankommen auf Ruf und Pfiff, - das Gehen an der Leine und - das "Sitz" und "Platz" sollte bereits der Junghund beherrschen.

Danach beginnt die Ausbildung im Apportieren zu Land und im Wasser. Außerdem muß der Gehorsam des Hundes gefestigt werden, und der Deutsch-Drahthaar wird auf die Prüfungen des Jagdgebrauchshundeverbandes vorbereitet, bei denen die natürlichen Anlagen des Junghundes überprüft werden.

Dies sind die Verbandsjugendprüfung (VJP) - die im Frühjahr stattfindet, der Hund ist dann in der Regel ein Jahr alt, und die - Verbandsherbstzuchtprüfung (HZP), die im Herbst nach der VJP veranstaltet wird

Den Abschluß der Ausbildung dokumentiert die Verbandsgebrauchsprüfung (VGP), auf der der jetzt erwachsene Hund in 30 verschiedenen Fächern geprüft wird. Hier, in den verschiedenen Aufgabengebieten in Wald, Feld und Wasser, kann der vielseitige Deutsch-Drahthaar wie in der Jagdpraxis sein hohes Leistungsvermögen eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Natürlich kann der Deutsch-Drahthaar auch so manche andere Aufgabe zuverlässig erfüllen: Er ist wachsam und treu, was ihn zu einem guten Schutzhund werden läßt, und er ist mit seinem ruhigen und selbstbewußten Wesen ein idealer Spielkumpan für die Kinder. In der heutigen Zeit, in denen ein Hund, der täglich zur Jagd eingesetzt werden kann, eher die Ausnahme darstellt, ist es besonders wichtig, daß der Deutsch-Drahthaar auch im sonstigen gesellschaftlichen Leben, in Haus und Hof, im Auto, im Restaurant und auf Reisen ein angenehmer Begleiter ist.

 

 

 

 

 

 



Literatur über die Ausbildung des Deutsch-Drahthaar:

Henning Bergmann, Deutsch-Drahthaar, Kosmos Verlag, Stuttgart Carl Tabel, Der Jagdgebrauchshund, BLV-Verlagsgesellschaft, München Klaus Rolfs, Der Deutsch-Drahthaar, Verlag Neumann-Neudamm