Zuchtrüdenvorstellung 2012 des Verein Deutsch-Drahthaar e.V.

 

Die Zuchtrüdenvorstellung des Vereins Deutsch-Drahthaar; sie ist schon zu einer gewohnten Tradition geworden und für sehr viele der Drahthaar-Familie ein fester Bestandteil im Vereins-Kalender. So treffen sich Rüdenbesitzer, Züchter und interessierte Besucher und Drahthaarfreunde jedes Jahr im Februar, um im intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch sich erfolgreiche Deckrüden und solche die es werden wollen anzuschauen. Diese Veranstaltung wird jedes Jahr von einer der Gruppen des Vereins Deutsch-Drahthaar ausgestaltet und bietet somit auch den Gruppen, die nicht die Möglichkeit haben eine Hegewaldzuchtprüfung durchzuführen die Gelegenheit, sich der Drahthaar-Familie vorzustellen oder diesen Termin als Rahmen für Gruppenjubiläen zu nutzen. In diesem Jahr wurde die Zuchtrüdenvorstellung durch die Gruppe Rhein-Neckar ausgerichtet. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um stellvertretend für den VDD, dem Vorsitzenden Norbert Kilb, dem Gruppenzuchtwart Hubert Bamberger, dem Geschäftsführer Franz Martin, dem Kassenführer Otto Frech und den vielen nicht genannten Helfern für ihre hervorragende Arbeit zu danken. So eine Veranstaltung ist für eine Gruppe ein Höhepunkt im Vereinsleben, der lange und intensiv vorbereitet wird. Wenn dann unvorhergesehene Probleme auftreten, ist immer das Geschick der Verantwortlichen vor Ort gefragt und die Gruppe Rhein-Neckar hat, auch in Bezug auf die sehr frostigen Temperaturen, einen sehr guten Veranstaltungsort gefunden. Die 58 gemeldeten Rüden konnten in einem beheizten Festsaal dem Publikum vorgestellt werden. Zu Beginn der Vorstellung kann sich jeder Besucher selbst ein intensives Bild vom Rüden machen. Er kann ihn anfassen, sein Haar prüfen, die Zähne begutachten, sein Wesen studieren und im persönlichen Gespräch mit dem Besitzer die Stärken und Schwächen des Rüden im Jagdgebrauch hinterfragen. Wo sonst hat man die Gelegenheit, sich so viele Rüden anzuschauen und zu begutachten. Dabei sind Rüden, die seit längerem mehr oder weniger aktiv für hoffnungsvollen Drahthaarnachwuchs sorgen aber auch solche, die im letzten Herbst die Zuchttauglichkeit erlangt haben und sich nun präsentieren. Wir haben mit dem Deutsch-Drahthaar einen vielseitigen Jagdgebrauchshund und neben der körperlichen Verfassung, dem Wesen und der Gesundheit ist das Gespräch über den jagdlichen Einsatz and diesem Tag ein zentrales Thema. Danach wurden die Rüden einzeln im Ring in der Bewegung durch den Hauptzuchtwart Sigurd Croneiß und den Gruppenzuchtwart Hubert Bamberger vorgestellt. Gerade diese Vorstellung in der Bewegung bietet dem fachkundigen Züchter Gelegenheit, körperliche Merkmale und Vorzüge zu erkennen, die im Bild so nicht deutlich werden. Zu dieser Veranstaltung entsteht unter Federführung der Gruppe und enger Zusammenarbeit mit dem Zuchtbuchamt des VDD ein Zuchtrüdenkatalog, in dem alle Rüden mit Bild und Abstammung verzeichnet sind und das über Jahre als Nachschlagewerk sehr gefragt ist. Großen Anteil an der Erstellung des Kataloges in diesem Jahr hatte Jutta Elflein und Rainer Kress, die von der Gruppe Rhein-Neckar für ihr Engagement während des „grünen Abends“ am Vorabend geehrt wurden. Auch dieser gesellige Vorabend der Zuchtrüdenvorstellung ist mittlerweile Tradition geworden und bietet in sehr harmonischer Weise Gelegenheit, Freunde und Bekannte zu treffen und Freundschaften zu pflegen.

 

Eingebettet in dieses Drahthaar-Wochenende ist die Tagung der Zuchtwarte der Gruppen des VDD am Vortag der Zuchtrüdenvorstellung. Zu dieser Beratung konnte der VDD den Vizepräsidenten des DD-Weltverbandes Alexey Soldatov aus Russland, Marc Lenzlinger,  Vorstandsmitglied des Schweizer Vorstehhund-Club und Karl Maurer, stellvertretender Zuchtwart des österreichischen Vereins für rauhaarige Vorstehhunde als Gäste begrüßen. Auf der Tagung wird das vergangene Zuchtjahr ausgewertet, Zahlen und Fakten genannt sowie die Anträge an die Hauptversammlung des VDD und die Anträge an den Verbandstag des JGHV behandelt und diskutiert. In diesem Jahr stand da vor allem die Vorstellung der Überarbeitung des Rassestandard des Deutsch-Drahthaar und des Zuchtschaubogens. Im vergangenen Zuchtjahr 2011 sind mit 2857 Welpen 202 Welpen weniger als 2010 gefallen. Auch wenn wir damit im allgemeinen Trend im VDH im VDH liegen sollte es für uns Anlass sein, dieser Entwicklung entgegen zu treten. Damit ist auch jedes einzelne Mitglied angesprochen, mit seinem Hund ein aktives Beispiel im vielseitigen Jagdgebrauch zu geben und damit für die Leistungsfähigkeit unserer Rasse zu werben. Mit 7 bis 10 Welpen bei über 50% der Würfe zählt die Rasse Deutsch-Drahthaar zu den vitalsten Hunderassen. Die farbliche Verteilung liegt bei 69% Braunschimmel, 20% Schwarzschimmel und 11% Braun und Braun mit Abzeichen. Ein weiterer sehr interessanter Tagesordnungspunkt war der Bericht von Prof. Distl von der Tierärztlichen Hochschule Hannover über die Ergebnisse der Erforschung der Gene in Bezug auf HD. Nach Aussage von Dr. Schunk, dem HD Gutachter des VDD sind 93,5% der untersuchten DD als HD-frei einzustufen. Da HD wie auch OCD und ED genetische Ursachen haben, sind nach Aussage von Prof. Distl der Selektion nach dem Phänotyp grenzen gesetzt, da auch bei HD-freien Elterntieren Anteile von „schlechten Genen“ vererbt werden. In wie weit in Zukunft die genetische Forschung und ihre Ergebnisse in die Zucht  einfließen, bleibt abzuwarten. Sind es doch viele Kriterien, Forderungen, Merkmale und Ziele, die in unserer Jagdgebrauchshundezucht eine Rolle spielen.

 

Mit großem Interesse verfolgten alle Anwesenden die Vorstellung der neuen DVD über den Einsatz des Deutsch-Drahthaar bei der Jagd. Die DVD entstand unter Federführung des 2.Vorsitzenden des VDD Rolf Tupat, der für die DVD Lutz Wetzel gewinnen konnte. Es ist ein sehr authentischer Film entstanden, der den Deutsch-Drahthaar in all seinen jagdlichen Einsatzgebieten zeigt, ob bei der Niederwildjagd auf Hase und Fasan, bei der Jagd auf Enten, dem Einsatz bei Nachsuchen oder auch bei der Jagd am Schwarz- und Raubwild. Darüber hinaus wird aber auch deutlich, dass der DD neben seinen jagdlichen Leistungsfeldern auf Grund seines ausgeglichenen Wesens und sauberen Charakters ein idealer Familienhund ist. Gedreht wurde im jagdlichen Betrieb und neben erfahrenen Drahthaarzüchtern kommen Jäger zu Wort, die mit ihrem Drahthaar viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse verbinden. Vielen Dank allen Mitwirkenden für dieses hervorragende Werk.

 

Es wäre schön, wenn wir uns zur nächsten Zuchtrüdenvorstellung bei der Gruppe Mecklenburg-Vorpommern im Februar 2013 wiedersehen. Die Gruppe feiert dann ihr 90jähriges Bestehen.